Hannah-Arendt-Gymnasium · Bahnhofstr.110 · 49525 Lengerich

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Perspektiven der künftigen Schulentwicklung

Die im Schulprogramm von 2005 im Ausblick auf die künftige Schulentwicklung beschriebenen Aspekte sind im Kern nach wie vor verbindlich, einige konkrete Ziele sind in den vergangenen Jahren bereits umgesetzt und fortgeführt, aber auch neue Projekte konzipiert und eingeleitet worden. Dazu gehören zum Beispiel die Einführung des Doppelstundenmodells, die Etablierung des Programms „Schule am Nachmittag“, die Professionalisierung der psychosozialen Beratung sowie die Einführung der Fördermaßnahme „Schüler helfen Schülern“.

Für die Zukunft bilden die in den pädagogischen Leitlinien des Schulprogramms formulierten Ziele die Grundlage für alle Aktivitäten am HAG. Im Mittelpunkt steht weiterhin das Bemühen um eine ständige Verbesserung der Unterrichtsqualität als Voraussetzung für eine effiziente Ausbildung und Erziehung unserer Schülerinnen und Schüler. Von zentraler Bedeutung ist neben dem Erwerb von Fachwissen das Erlernen zentraler Methoden und Lernstrategien. Das bereits vor einigen Jahren eingeführte gezielte Methodentraining in der Jahrgangsstufe 5 ist inzwischen fest etabliert und eine entsprechende Broschüre für alle Schülerinnen und Schüler erstellt worden. Für die weiteren Jahrgangsstufen wurde ein fächerübergreifender Methodenkompass erstellt, der gewährleisten soll, dass verbindlich angebunden an geeignete Fächer systematisch grundlegende Lerntechniken erworben werden, die abrufbar sind und in anderen Zusammenhängen angewendet werden können. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass es in diesem Bereich noch Optimierungsbedarf gibt, um möglichst alle Schülerinnen und Schüler in die Lage zu versetzten, selbstständig zu lernen und zu arbeiten und ihre Lern- und Entwicklungsschritte selbstständig zu gestalten. Die Umsetzung soll künftig umfassender als bisher evaluiert werden.

Es steht außer Frage, dass die Qualifikation der Unterrichtenden für die Unterrichtsgestaltung und Wissensvermittlung von zentraler Bedeutung ist. Angesichts der in den letzten Jahren stetig steigenden Anforderungen an den Lehrerberuf ist es zwingend erforderlich, den Kolleginnen und Kollegen Unterstützung in Form von gezielten Fortbildungen (z.B. Class-room-Management, Binnendifferenzierung in heterogenen Lerngruppen, Diagnoseverfahren etc.) zukommen zu lassen. Ebenfalls ist es erforderlich, künftig noch stärker die vielfältigen vorhandenen Ressourcen zu bündeln und entsprechende Konzepte zu entwickeln mit dem Ziel, sowohl die Qualität des Unterrichts und des Leistungsniveaus zu gewährleisten als auch die oft hohe Arbeitsbelastung der Kolleginnen und Kollegen zu reduzieren.

Insofern soll, basierend auf den schulbezogenen Ergebnissen der Copsoq-Befragung (Untersuchung zu den psychosozialen Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz durch die Landesregierung NRW, November 2013) die Qualität des Arbeitsplatzes HAG unter dem Aspekt „Lehrergesundheit“ verbessert werden. Dies kann ebenfalls durch eine entsprechende Ganztagskonferenz und die Umgestaltung der ehemaligen Hausmeisterwohnung (Aufenthaltsräume für das Kollegium) geschehen.

Das HAG bietet seinen Schülerinnen und Schülern ein vielseitiges Fächerangebot mit der Möglichkeit, die Schullaufbahn abhängig von persönlichen Interessen und Fähigkeiten individuell zu gestalten. Schon in der Klasse 5 kann man durch den Eintritt in die Bläserklasse einen besonderen musikalischen Schwerpunkt wählen, den man in der Juniorband der Mittelstufe und später in der Bigband fortführen kann. Im Wahlpflichtbereich II in den Jahrgangsstufen 8 und 9 können weitere Differenzierungen nach Interessen festgelegt werden und durch die Kooperation mit dem benachbarten Graf-Adolf- Gymnasium sind besonders in der Oberstufe viele individuelle Profilbildungen möglich.

Die Einführung einer bilingualen Klasse ist nicht vorgesehen, jedoch werden wir darauf hinarbeiten, stärker englischsprachige Module, wie wir sie seit einiger Zeit im Biologieunterricht (EF) durchführen, auf andere Fächer und Jahrgangsstufen zu erweitern.

Das HAG ist ausgewiesene Informatik-Schwerpunktschule. Zwei unserer Kollegen führten lange Zeit Zertifikatskurse in der Lehrerfortbildung durch. Im Fächerkanon des HAG ist das Fach ebenfalls fest verankert und wird in allen Jahrgangsstufen unterrichtet. In Kooperation mit dem benachbarten Graf-Adolf-Gymnasium haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Informatik als Leistungskurs zu belegen. Ein Ziel unserer Schulentwicklung ist es daher, in absehbarer Zeit die Voraussetzungen für die Zertifizierung als MINT-Schule (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu erfüllen. Auch unter diesem Aspekt sind im Wahlpflichtbereich II neben den bereits bestehenden fremdsprachlichen und gesellschaftswissenschaftlichen Angeboten bewusst naturwissenschaftliche Schwerpunkte gesetzt worden, um mehr Schülerinnen und Schüler für die Naturwissenschaften zu interessieren und anzuregen, sich in besonderen Projekten zu engagieren. Geplant ist die Installation einer Arbeitsgruppe mit dem Ziel, die Zertifizierung zu erreichen. Unterstützung wird sich das HAG dabei auch weiterhin aus dem Kreis der Partner der Lengericher Kooperation Schule/Wirtschaft suchen, um die fachliche Expertise der vor Ort ansässigen Unternehmen für die naturwissenschaftlichen Fächer zu nutzen.

Die bereits seit langen Jahren bestehende Vernetzung mit Partnern aus der Kooperation Schule/Wirtschaft, aber auch mit anderen außerschulischen Akteuren, soll insbesondere im Bereich der Studien- und Berufsorientierung noch weiter ausgebaut werden. Unterstützt werden diese Vorhaben auch dadurch, dass das HAG assoziiertes Mitglied im Netzwerk Zukunft durch Innovation (ZDI) ist und sich dort künftig verstärkt einbringen wird. Geplant ist die Mitarbeit im Projekt „Zukunftsschule NRW“, um durch die damit verbundene Vernetzung mit anderen Schulen und Institutionen den Austausch über Schulentwicklung mit externen Partnern zu verstärken und auf diese Weise interessante Perspektiven und gewinnbringende Kontakte für unsere schulische Arbeit zu gewinnen.

Im Rahmen des interkulturellen Lernens werden wir die schon bestehenden Schüleraustauschprogramme mit Partnerschulen in den Niederlanden (Holten) und Frankreich (Carvin) und den USA (Wapakoneta) weiterhin pflegen und uns darum bemühen, Kontakt zu einer spanischen Schule aufzunehmen und wenn möglich eine weitere Partnerschaft aufzubauen.

Die SV-Arbeit hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt. Von der SV betreute Projekte haben ihren festen Platz im Schulleben. So liegt z.B. die Gestaltung des jährlich stattfindenden Projekttages „Schule gegen Rassismus Schule für Courage“ in ihrer Verantwortung ebenso wie der Aktionstag „Saubere Schule“. Aktuell gibt es eine Initiative der SV mit dem Ziel, die Anerkennung des HAG als „Fair Trade School“ zu erlangen.

Eine zentrale Aufgabe künftiger Schulentwicklungsarbeit wird darin bestehen, die erforderliche Evaluation der verschiedenen schulischen Handlungsfelder stärker zu instrumentalisieren. Von zentraler Bedeutung ist ebenfalls die Verständigung auf erreichbare Ziele innerhalb eines festgelegten Zeitraumes, um eine Verzettelung und auch Überforderung zu vermeiden. Neu eingeführte Förderprojekte wie Schülertutorien sowie Mathe- Französisch- und Lateinwerkstatt sollen möglichst intensiv begleitet und optimiert werden.

Bewährte Schwerpunkte unseres Schulprofils wie etwa das Programm „Schule am Nachmittag“ oder zum Beispiel die Theaterarbeit in Kooperation mit dem Theater in der Klinik (Thik), das aus unserer Schule hervorgegangen ist, haben weiterhin ihren festen Platz. Im Rahmen dieses Theaterprojekts werden jährlich drei Aufführungen inszeniert und einer breiten Öffentlichkeit dargeboten, in denen aktuelle und ehemalige Schülerinnen und Schüler unterschiedlichen Alters mitspielen. „Darstellendes Spiel“ wird ebenfalls besonders von den Schülerinnen und Schülern der Literaturkurse (Q1) gewählt. Die hohe Akzeptanz zeigt sich darin, dass jährlich zwei Literaturkurse am Ende des Schuljahres anspruchsvolle Stücke zur Aufführung bringen.

Die Studiobühne des Hannah-Arendt-Gymnasiums, ursprünglich als Gymnastikhalle genutzt, ist in den letzten Jahren dank großzügiger Spenden des Thik technisch recht professionell ausgestattet worden, so dass sie auch für theaterpädagogische Arbeit innerhalb von Unterrichtssequenzen allen Klassen und Kursen zur Verfügung steht. 

Die Schule ist viele Stunden täglich zentraler Lebensraum der Schülerinnen und Schüler sowie des Kollegiums. Daher werden wir uns weiterhin bemühen, die uns zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten so einzurichten, dass man sich im Schulgebäude wohlfühlen kann. Maßnahmen zu Erhalt, Gestaltung und Veränderung von Gebäude und Ausstattung (bauliche Umgestaltung, Lärmdämmung, Mobiliar) erfolgen im Wege kontinuierlicher Planung durch Zusammenarbeit der Lehrer-, Schüler- und Elternschaft mit dem Schulträger. Naturwissenschaftliche Bereiche sind inzwischen weitgehend neugestaltet worden und entsprechen nun den methodisch-didaktischen Anforderungen zeitgemäßen Unterrichts. Weitere Fach- und Klassenräume sollen sukzessive besser ausgestattet werden. Grundsätzlich wird bei der Raumgestaltung sowohl Wert auf eine funktionale Ausrichtung als auch ästhetische Gestaltung gelegt.

Die sich in den letzten Jahren verändernde Schullandschaft in NRW - mit einer zum Teil deutlichen Tendenz zu einem zweigliedrigen Schulsystem innerhalb der Sekundarstufe I - hat auch Lengerich erreicht. Der Schulträger hat, begleitet durch ein Moderatorenteam, ein Konzept für die „Neue Schule Lengerich“ erstellen lassen, das optional – nach Elternbefragung – die Einrichtung einer teilintegrierten Sekundarschule oder einer Gesamtschule mit eigener Oberstufe vorsieht. Das Hannah-Arendt-Gymnasium kooperiert seit vielen Jahren erfolgreich besonders in der Oberstufe mit dem benachbarten Graf-Adolf-Gymnasium in Tecklenburg sowie – besonders bezüglich des Übergangs in die gymnasiale Oberstufe – mit den beiden Realschulen Lengerichs. Gut vorstellbar wäre zukünftig eine enge Kooperation mit einer neu eingerichteten Sekundarschule, wie sie das bereits erarbeitete Konzept vorsieht. Die Einrichtung einer zweiten gymnasialen Oberstufe neben der des HAG erscheint uns allerdings schon wegen der insgesamt rückläufigen Schülerzahlen problematisch.