Hannah-Arendt-Gymnasium · Bahnhofstr.110 · 49525 Lengerich

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Das Zentrum jeder Schule bildet der Unterricht und in keinem Bereich hat sich Schule in den vergangenen Jahren so stark gewandelt, wie in diesem. Es hat ein Paradigmenwechsel stattgefunden von einer Inputorientierung, in der die Lehrenden vorgeben, was gelernt wird, und dieses dann nach eigenem Ermessen vermitteln, zu einem Paradigma der Outputorientierung. Das Ergebnis zählt und wird anhand von Kompetenzen überprüft – die Wege des Lernens und auch die Inhalte können jedoch unterschiedlich sein und orientieren sich an den individuellen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler mit den Ressourcen auszustatten, die Sie für einen Prozess des lebenslangen Lernens benötigen.

Um für diesen Paradigmenwechsel optimale Bedingungen anzubieten, bemüht sich das HAG um die Einhaltung folgender Grundsätze:

Die vier wichtigsten Regeln der Hausordnung („Wir sprechen freundlich miteinander“, „Wir respektieren den anderen und stören andere nicht“, Wir sorgen dafür, dass der Arbeitsplatz […] sauber ist“, „Wir gehen sorgfältig mit allen Arbeitsmaterialien und Einrichtungsgegenständen um“) des HAG spiegeln sich auch in der Art der Unterrichtsgestaltung wider. So ist es am HAG selbstverständlich, einen respektvollen Umgang miteinander zu fördern und somit das Unterrichtsklima zu entwickeln. Neben einer individuellen Ansprache der Schülerinnen und Schüler, die auf eine positive Verstärkung der jeweiligen Stärken und Fähigkeiten ausgerichtet ist, wird dabei auf eine geschlechtsspezifische Ansprache und auf eine Ausgewogenheit der Beteiligung von Jungen und Mädchen am Unterricht geachtet. Getragen wird dies in Zukunft dadurch, dass die verschiedenen Fachschaften ihre hausinternen Curricula an die Standards des Gender-Mainstreaming anpassen werden. Die Kolleginnen und Kollegen des HAG verstehen sich nicht nur in dieser Hinsicht selbst als Sprachvorbilder, sondern achten zudem darauf, dass Schülerinnen und Schüler untereinander in angemessener Weise kommunizieren.

Der Unterricht am Hannah-Arendt-Gymnasium ist geprägt von Transparenz und Klarheit hinsichtlich der jeweiligen Unterrichtsgegenstände und Unterrichtsziele. Neben den öffentlich zur Verfügung stehenden kompetenzorientierten schulinternen Curricula der einzelnen Fächer, ist es ein angestrebter Bestandteil der am HAG gepflegten modernen Didaktik, die Vorgehensweise im Unterricht mit den Schülerinnen und Schülern abzustimmen, Impulse und Aufgabenstellungen zu erklären und mit fortschreitender Entwicklung der Lerngruppe den Unterricht gemeinsam zu planen und zu entwickeln.

Dadurch wird den Schülerinnen und Schülern ein sinnstiftender Kontext deutlich, der die jeweiligen Erfahrungen und Vorkenntnisse berücksichtigt. Die Schülerinnen und Schüler werden dort abgeholt, wo sie stehen, mögliche Fehlkonzepte werden erkannt, thematisiert und konstruktiv in den Unterricht eingebaut.

Außerdem wird in allen Fächern Wert darauf gelegt, den Schülerinnen und Schülern lebensnahe Problemstellungen anzubieten und die Schülerinnen und Schüler, wenn didaktisch und ressourcenorientiert angemessen,. eigene Lösungsstrategien bei deren Lösung entwickeln zu lassen.

Um diese Ziele der Schüler- und Problemorientierung verwirklichen zu können, wird im Rahmen der Schulentwicklung darauf geachtet, dass sich das Kollegium in diesen Bereichen fortwährend fortbilden lässt und somit immer am Puls der modernen Didaktik und Methodik arbeiten kann.

Lehrende und Lernende haben ein gemeinsames Interesse daran, die echte Lernzeit im Unterricht hoch zu halten und Lösungen für die alltäglichen Zeitdiebe im Schulleben zu finden. Neben dem selbstverständlichen Bestreben den Unterricht pünktlich zu beginnen und zu schließen, trägt hierzu auch die Einführung des Doppelstundenmodells bei. Dadurch sind weniger Raumwechsel nötig, es entsteht weniger Hektik und Zeitverluste durch mögliche Verspätungen werden abgefangen. Auch die im Rahmen der Doppelstunden möglichen flexiblen Pausen erhöhen die effektive Lernzeit, da die Stunden entsprechend der didaktischen Überlegungen ihrem Sinn nach unterbrochen werden können und nicht durch ein frühes Stundenende abgebrochen werden müssen.

Neben Zeit braucht Lernen vor allem auch Raum! In dieser Hinsicht hat sich Unterricht bereits entwickelt und muss sich Schule – auch baulich – noch weiter entwickeln. So ist es sowohl didaktisch als auch lernpsychologisch mittlerweile Konsens, dass ausschließlich klassische frontal ausgerichtete Unterrichtssituationen nicht immer zu den besten Lernergebnissen führen und gute Lernergebnisse zudem durch eine ansprechende Raumgestaltung gefördert werden. Beides wird am HAG ernst genommen: so wird auch im Rahmen des kontinuierlichen Methodentrainings zunehmend in offenen Sitzanordnungen gearbeitet, es werden variable Tischordnungen gewählt und die Wände der Klassenräume dienen neben den herkömmlichen Medien wie Tafel und Overheadprojektor als Visualisierungsflächen für komplexe Unterrichtsprozesse und Ergebnisse. Die Entwicklungen in diesem Bereich sind sicher noch nicht abgeschlossen: In besonderer Weise haben jedoch bereits die naturwissenschaftlichen Fachschaften den Entwicklungsauftrag zur Umgestaltung von Lernräumen ernst genommen, indem sie sich von den antiquierten Hörsälen verabschiedet und moderne naturwissenschaftliche Arbeitsräume mit Gruppenarbeitsmöglichkeiten und Lerninseln geschaffen haben.

Um die Schülerinnen und Schüler in die Lage zu versetzen sich selbstständige, dem jeweiligen Inhalt angemessene Lernziele zu stecken, werden die Schülerinnen durch ein umfassendes Methodenkonzept geschult. So tragen beispielsweise die Methodentage in der Jahrgangsstufe 5 dazu bei, dass die Schülerinnen und Schüler frühzeitig mit den notwendigen Ressourcen für das selbstständige Lernen ausgestattet werden. Außerdem werden durchgängig in allen Jahrgangstufen neue Medien eingesetzt und der Umgang damit durch kontinuierliche Schulung im Fach Informatische Grundbildung entwickelt. Im Unterricht wird dadurch eine nachhaltige Wirkung erzeugt: Schülerinnen und Schüler lernen über die gesamte Schullaufbahn hinweg ihr individuelles Vorgehen und ihre Ergebnisse zu reflektieren, die erworbenen Techniken und Methoden zielgerichtet einzusetzen und den eigenen Lernprozess fortwährend zu überwachen. Diese wichtigen Entwicklungsschritte in Richtung eines lebenslangen Lernens ermöglichen es, dass die Lehrkräfte Instruktionen auf ein notwendiges Maß beschränken können.

Eine weitere Individualisierung des Lernprozesses wird durch das Konzept zur Differenzierung ermöglicht. In allen Fachschaften wird bei der Planung des Unterrichts bedacht, in welcher Weise die Lernwege zu den verschiedenen Unterrichtsvorhaben an die Anforderungen heterogener Lernvoraussetzungen angepasst werden können. Abgerundet wird dies durch ein fachspezifisches Konzept zur binnendifferenzierten Leistungsmessung, das bereits in einigen Fachschaften entwickelt wurde.

Das durchgängige Methodenkonzept und die Orientierung der Kolleginnen und Kollegen bei der Gestaltung des Unterrichts an den Erkenntnissen moderner Didaktik führen dazu, dass neben der herkömmlichen Einzelarbeit auch Partner- und Gruppenarbeiten wesentlicher Bestandteil des Unterrichts am HAG sind. Durch die unterschiedlichen angewendeten Sozial- und Lernformen werden inhaltsbezogene Kompetenzen der einzelnen Fächer und überfachliche kooperative Kompetenzen besonders ausgebildet. Durch die im Methodenkompass der Schule festgelegten Regeln für die Durchführung bestimmter Methoden oder Sozialformen, sind die Schülerinnen und Schüler mit den jeweiligen Organisationsformen vertraut und der Unterricht kann bei entsprechenden Unterrichtsphasen trotz eines hohen Grads an Schülerorientierung effektiv ablaufen. Begünstigt wird ein auf diese Weise aufgelockerter und in hohem Maße motivierender Unterricht wiederum durch das am HAG etablierte Doppelstundenkonzept, wodurch den lernpsychologischen Erkenntnissen, dass Lernen vor allem Zeit braucht, Rechnung getragen wird.

Einen sinnstiftenden Abschluss erhält der Unterricht am HAG dadurch, dass erzielte Unterrichtsergebnisse in Plenumsphasen diskutiert, hinterfragt und hinsichtlich des individuellen Lernprozesses überprüft werden. Auch bei der Sicherung ist das HAG modern aufgestellt: Ergebnisse werden können im schuleigenen Netzwerk allen Schülerinnen und Schülern zugänglich gemacht werden oder im jeweiligen Fach- oder Klassenraum visualisiert und stehen somit als Lerngrundlage zur Verfügung. All diese Punkte führen dazu, dass die Schülerinnen und Schüler des HAG gut auf das lebenslange Lernen vorbereitet werden.

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