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Medienkonzept

Allgemeine Zielsetzungen

Angesichts der Tatsache, dass unsere Schülerinnen und Schüler in einer von Medien immer stärker geprägten Welt leben,  angesichts des rasanten Wandels der Medienwelt und des großen gesellschaftlichen Einflusses der Medien und der Medienproduzenten halten wir die Vermittlung von Medienkompetenz für eine zentrale Aufgabe der Schule.  Ziel ist es, mit Medien und den durch Medien vermittelten Informationen, Desinformationen und Manipulationsversuchen zielgerichtet, sachkompetent, kritisch und verantwortlich umgehen zu können.

Die nachfolgend aufgeführten aufeinander aufbauenden medienpädagogischen Kompetenzen sollen im Rahmen des Medienkonzeptes vermittelt werden:

  1. Auswählen und Nutzen von Medienangeboten
  2. Gestalten (und Verbreiten) von eigenen Medienbeiträgen
  3. Verstehen und Bewerten der Gestaltung von Medien
  4. Erkennen und Aufarbeiten der Einflüsse von Medien auf sich selbst und andere
  5. Beurteilen und Durchschauen der Bedingungen, unter denen Medien produziert werden.

(*) genauere Beschreibung am Ende dieses Konzeptes

Wir möchten den Unterricht in allen Klassenstufen - beginnend ab Klasse 5 - so gestalten, dass Schülerinnen und Schüler lernen, sich selbständig in der Medienwelt zu orientieren, Informationen gezielt zu suchen, kritisch zu prüfen und zu beurteilen.  Die Schülerinnen und Schüler sollen ferner lernen, eigene Arbeitsergebnisse sachgerecht aufzubereiten und mit Hilfe geeigneter Medien zu präsentieren.  Darüber hinaus sollen Sie die Informations- und Manipulationsmöglichkeiten moderner Medien kennen und beurteilen lernen, sie sollen lernen, wie durch Medien Macht und Einfluss ausgeübt wird und sich schließlich auch mit den Bedingungen auseinandersetzen, unter denen Medien produziert werden. Medienbildung ist für uns daher eine Querschnittsaufgabe aller Unterrichtsfächer.

Vom Medien- zum Methodenkonzept

Das Medienkonzept des HAG wurde von einer Arbeitsgruppe Medienbildung erarbeitet und erstmals 2002 mit vielen optionalen Unterrichtsprojekten schriftlich fixiert. Im Rahmen der Evaluation im Jahre 2005 fand eine Straffung und Konzentration auf wenige verbindliche Unterrichtsprojekte statt. Ferner wurde im Schulprogramm von 2005 die Erweiterung auf ein Medien- und Methodenkonzept als Zielsetzung formuliert und zwischenzeitlich umgesetzt. Die medienpädagogischen Bereiche 1 und 2 werden in den JgSt. 5 und 6 nun schwerpunktmäßig im Fach Informatische Grundbildung vermittelt. In den folgenden JgSt. erwerben die SuS im Rahmen des Methodenkonzeptes in den Teilbereichen „Informationsbeschaffung“ und „Darstellen und Präsentieren“ über die medienpädagogischen Bereiche 1 und 2 hinaus auch Kompetenzen in den medienpädagogischen Bereichen 3,4 und 5. Ferner werden medienpädagogische Themen im Rahmen der Projekttage „Gesunde Schule“ behandelt. Zumindest in der Erprobungsstufe findet ein Elternabend zur Internetnutzung der Kinder statt.

Zusammenhang zwischen Medienbildung und anderen Bereichen des Schulprogramms

Medienbildung setzt ein gutes deutsches Sprachverständnis und in höheren Jahrgängen gute Kenntnisse vor allem der englischen Sprache voraus. Umgekehrt soll durch Medienbildung das Sprachverständnis der Schülerinnen und Schüler und das Interesse an Fremdsprachen gefördert werden.

Medienbildung setzt den Umgang mit Technik voraus. Aber nicht die Technik, sondern die Inhalte der Medien und die Auseinandersetzung mit diesen stehen im Vordergrund des Unterrichts. Trotzdem ist ein Verständnis der von - digitalen - Medien genutzten technischen Prozesse eine wichtige Voraussetzung der Produktionsbedingungen und der Einflussmöglichkeiten von digitalen Medien. Insofern ergänzen sich die Schulprogrammbausteine Medienbildung, Methodenkonzept und der informatische Schwerpunkt unserer Schule gegenseitig.

Medien und Methodenkompetenz sowie informatische Bildung sind darüber hinaus wichtige Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes und selbstorganisiertes Lernen unserer Schülerinnen und Schüler.

Evaluation

Das medienpädagogische Konzept hat den Stellenwert eines schulinternen Curriculums. Es bedarf der ständigen Evaluation und Aktualisierung. Dies soll in etwa im Rhythmus von drei Jahren zusammen mit der Evaluation des Methodenkonzeptes erfolgen.

Genauere Beschreibung der Ziele innerhalb der medienpädagogischen Bereiche:

Bereich 1: 'Auswählen und Nutzen von Medienangeboten':

Die digitalen Medien sollen in diesem Bereich möglichst neben anderen Medien wie Zeitschriften, Schul- und Fachbüchern, Prospekten, .. eingesetzt werden. Die verschiedenen Informationen sollen im Rahmen des in der jeweiligen Klassenstufe Möglichen miteinander verglichen und auf ihre Zuverlässigkeit hin überprüft werden. Ziel bei der Nutzung aller Medien soll dabei eine intensive inhaltliche Auseinandersetzung sein, die auch die Lesefähigkeit und das Verstehen von Texten bei den Schülerinnen und Schülern fördert.

Bereich 2: 'Gestalten und Verbreiten von Medienbeiträgen'

Zu Beginn der Klasse 5 soll die Gestaltung eigener Medienbeiträge wie z.B. die eines Reiseprospektes zuerst  'von Hand' erfolgen.  In der Erprobungsstufe werden dann in erster Linie die Textverarbeitung und einfache Graphikprogramme zur digitalen Mediengestaltung eingesetzt gegen Ende ggf. schon Präsentationssoftware. In den JgSt. 7 und 8 kommen dann Tabellenkalkulationsprogramme und Präsentationssoftware (wie Powerpoint oder Impress) hinzu. In der JgSt. 9 sollen Arbeitsergebnisse verstärkt im Intranet der Schule oder im Internet veröffentlicht werden können.
Durch kleinere Facharbeiten wie das Herbarium (Biologie) oder die Praktikumsmappe sollen die Facharbeiten in der Oberstufe vorbereitet werden.
Auch die Einübung von Vortragstechniken soll spätestens ab Klasse 7 schon an einfachen Themen geübt werden.

Bereich 3: 'Verstehen und Bewerten der Gestaltung von Medien'

Durch die Produktion eigener Medien soll ein Verständnis für die verschiedenen Möglichkeiten der Gestaltung von Medien und ihre Wirkung auf andere gefördert werden. An geeigneten Projekten (siehe Methodenkonzept) können in allen Jahrgangsstufen Medien verglichen und so ihre Gestaltung verstanden und bewertet werden.

Bereiche 4 und 5:  'Erkennen und Aufarbeiten der Einflüsse von Medien auf sich selbst und andere' sowie 'Beurteilen und Durchschauen der Bedingungen, unter denen Medien produziert werden'

Diese Bereiche gehen deutlich über die Nutzung, Produktion und Bewertung von Medien hinaus. Diese Aufgabe wird schwerpunktmäßig von den Fächern Deutsch und Politik in den JgSt. 8 und 9 übernommen. (Siehe Methodenkonzept und Fachcurricula.)