Diagramme und Tabellen auswerten
Einleitung
Tabellen dienen als Basis zur Erstellung von Diagrammen. Sie enthalten in gebündelter Form statistische Angaben zu einer Kategorie (oft Jahr, Regionen).
Tabellen können sehr komplex angelegt sein, dabei gilt, dass mit dem steigenden Material die Aussagekraft zunimmt, die Übersichtlichkeit aber verloren gehen kann. Umso wichtiger ist es, die innere Gliederung einer Tabelle richtig zu erfassen, Werte miteinander in Beziehung zu setzen (Taschenrechner) und den Aussagekern zu erkennen.
Diagramme sind grafische Darstellungen von Zahlenwerten. Ihre Vorzüge gegenüber Tabellen liegen zum einen in der größeren Anschaulichkeit, und zum anderen in der Möglichkeit, komplexe Zusammenhänge akzentuiert herauszustellen, sowie mehrere Sachverhalte vergleichend überschaubar zu machen.
Auswertungsschema
Grundsätzlich werden Tabellen und Diagramme nach einem sehr ähnlichen Schema ausgewertet.
Formales / Orientierung
Überschrift, Untertitel, Fußzeile
Thema, Datenquelle, Erhebungszeitraum
Unbekannte Begriffe klären.
Welche Zahlenarten werden verwendet?
Indexzahlen = Ausgehend von einer Basiszahl (oft 100)
Absolute Werte = Mengenangaben
Relative Werte = Prozent
Gerundete, geschätzte oder genaue Angaben
Beschreibung
Ermitteln der Maximal- und Minimalwerte
Veränderungen, Entwicklungen, Trends
Zeitsprünge
Weiterverarbeitung der Daten (Absolute Zahlen und relative Zahlen umrechnen)
Durchschnittswerte
Auffällige Werte
Zusammenfassung der Hauptaussage
Auswertung
Erklärung: Zusammenhänge herstellen und Erklären, Entwicklungen erklären (weitere Informationen verarbeiten), Erklärung von Gesamttendenz, Extremwerten, Ausnahmen und Zusammenhängen
Bewertung und Folgerung: Herausstellen der wesentlichen Ergebnisse, diese in Gesamtzusammenhang stellen, Schlussfolgerungen, Auswirkungen und Probleme formulieren.
Besonderheiten im Umgang mit Diagrammen
zu 1) Diagrammtyp erfassen
zu 2) Achsensprünge?
zu 3) Warum wurde dieser Diagrammtyp gewählt?
zu 3) Werden Sachverhalte verzerrt oder verfälscht?
Übersicht verschiedener Diagramme mit Vor- und Nachteilen
Balken und Säulendiagramm:
Veranschaulichung statistischer Werte in zeitlicher, räumlicher und sachlicher Folge.
Wobei Säulen- bzw. Balken durch Unterteilung Teilgrößen darstellen können.
Worauf man achten soll: Skalen bei Null beginnend, Proportionalität
Kreisdiagramme:
Darstellung von prozentualen Teilmengen einer (!) Gesamtmenge (360° = 100%). Keine Trends erkennbar.
Flächendiagramme:
Darstellung von Entwicklungen einer Gesamtgröße mit unterschiedlichen Teilgrößen (Trends erkennbar).
Summe der Flächen innerhalb eines X-Achsenbereichs=100%
Liniendiagramme:
Darstellung von Entwicklungen und Zeitreihen, Vergleich verschiedener eindimensionaler Daten.
(Fachbegriffe siehe Anhang)
Aussageverzerrung mit Diagrammen, Suggestion
Können Diagramme lügen:
Aussagen, die sich auf Diagramme stützen können, erscheinen auf den ersten Blick genau und zuverlässig. Doch in jedem Fall ist Vorsicht geboten, denn mit Diagrammen lässt sich beabsichtigt oder unbeabsichtigt manipulieren:
-
durch die Wahl der Abmessungen,
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durch Eingrenzen der Werteskalen
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durch weglassen beliebiger Zeiträume
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durch Hinzufügen von Schätzungen, die einen erwünschten Trend verstärken.
Anhang:
Fachbegriffe zum Umgang mit Kurvendiagrammen/Liniendiagrammen:

