Stand Februar 2006
Leitbild
und pädagogische Grundorientierung
am
Hannah-
Arendt- Gymnasium
Das veröffentlichte
Schulprogramm aus dem Jahr 2001 hatte unter der Thematik „Unser Schulprogramm
als Selbstvergewisserung über Unterricht, Erziehung und eine `gute Schule` “,
auch umfangreiche Ausführungen zu den Wertvorstellungen und Orientierungen der
an der Schule Beteiligten, der Schulleitung, den Lehrerinnen und Lehrern, den
Eltern sowie den Schülerinnen und Schülern dargelegt. Die Überlegungen und
Zielvorstellungen über die Gestaltung pädagogischer, fachlicher und
erzieherischer Arbeit am HAG erfüllten dabei durchaus die Aufgabe der
Identifikation, ebenso wie die der Orientierung (etwa bei Bewerbungen) und
stellten mit den dort aufgeführten zentralen Sinnperspektiven auch eine
besondere Stütze für die hier Tätigen dar.
Die weit
gefassten Darlegungen sollen nun knapper formuliert werden, um zum einen den
aktuellen Reflexionsprozess über konkrete Entwicklungen, Entscheidungen und das
Verhalten an der Schule zu erfassen und zum anderen Raum für eine vertieftere
Auseinandersetzung mit diesem Leitbild zu geben.
Als wesentlicher
Kristallisationspunkt und damit als eine besondere Leitidee an unserer Schule
stellte sich in diesem Jahr in Konferenzen und Arbeitsgruppen die „Förderung
selbstständigen Arbeitens der Schülerinnen und Schüler am Hannah- Arendt –
Gymnasium“ heraus. Diese Leitvorstellung findet sich auch in den Schriften und
den Ideen der Namensgeberin Hannah Arendt wieder. Sie bekennt einmal, dass sie
in den Seminaren des Philosophen Martin Heidegger die “Fähigkeit
leidenschaftlichen, selbständigen Denkens“ gelernt habe.
Leitbild
des Hannah- Arendt – Gymnasiums:
Die Bildungs
-und Erziehungsarbeit am Hannah-Arendt-Gymnasium Lengerich hat zum Ziel,
„Sachen zu klären“ (Unterricht) und
„Menschen zu stärken“ (Erziehung). Dabei orientieren sich Schulleitung,
Kollegium, Eltern und Schüler in ihrem Denken und Handeln am Leitbild einer
humanen, demokratischen Leistungsschule, in der eine Erziehung zum „aufrechten
Gang“, zu selbstständigem Lernen und Arbeiten, zu Mündigkeit und Empathie
gegenüber anderen, zu Prozessen persönlicher Entfaltung und sozialer
Verantwortung angestrebt wird.
Für die
Schule, die den Namen Hannah Arendt trägt, ist es eine besondere
Herausforderung, die Schülerinnen und Schüler zu selbstständigem Denken und
Eigen- Sinn anzuleiten, zu einem „Denken ohne Geländer“, wie die Biographin
Ria Endres im Blick auf Hannah Arendt formuliert. Wesentliche Elemente benennt
sie dabei in ihrer Aussage: „Dass wir fortan diese drei: Vernunft, Freiheit,
Kommunikation nicht mehr gesondert,
sondern als eine Dreieinigkeit denken müssen“.
In ihrer
wechselvollen Lebensgeschichte hat sie darum gekämpft, sich eine Haltung zu
bewahren, die sie „amor mundi“ nannte, Liebe zur Welt. „In der
Erziehung“, so sagt sie, „entscheidet sich, ob wir unsere Kinder genug
lieben, um sie weder aus unserer Welt auszustoßen und sich selbst zu überlassen,
noch ihnen ihre Chance, etwas Neues,
von uns nicht Erwartetes zu unternehmen, aus der Hand zu schlagen, sondern sie für
ihre Aufgabe der Erneuerung einer gemeinsamen Welt vorzubereiten“.
Für das
Zentrum ihres Lebens hat Hannah Arendt stets ihre Freundschaften gehalten. Sie
hatte, wie der Philosoph Hans Jonas sagte, ein „Genie für die
Freundschaft“. Es war ihr ein Bedürfnis, mit Freunden zusammen zu sein, Gespräche
zu führen und dabei voller Humor, Heiterkeit und Fröhlichkeit zu sein, auch
feiern zu können.
Wenn wir dies
umsetzen wollen, wird unsere Schule ein Ort mitmenschlicher Offenheit und
Begegnung sein müssen, ein Ort, der Freundschaft und Gemeinschaft erlebbar
werden lässt.
Um diesem
Anspruch gerecht werden zu können, sind einige als Konsens verabschiedete
Beschlussthesen des ersten Schulprogrammkonzeptes auch weiterhin gültig: